Auf nach Norwegen!
 



Auf nach Norwegen!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Hinweis zum Verständnis
  Disclaimer
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/gastarbeiterin

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Ab in den Süden

Samstag, 14. Juni 2008

Morgen fahren wir in den Urlaub. Ein wahrscheinlich vorerst letztes Mal Richtung Süden. (Wenn man davon absieht, dass unser künftiges Urlaubsziel Deutschland natürlich streng genommen ebenfalls im Süden liegen wird.)

Kommende Woche wollte sich der Norwegische Großchef eigentlich melden, mit einem ausgearbeiteten Angebot. Das wird er wohl per E-Mail tun, und die ab und zu abzurufen, sollte kein Problem sein.

16.7.08 13:24


Rumpelchen stielzt wieder

Sonntag, 8. Juni 2008

Heute haben wir die Neuigkeit Martins Schwester erzählt. (Womit dann die gründliche Verbreitung innerhalb der weit verzweigten Sippe bis spätestens Dienstag gesichert sein dürfte.)

Martin konnte sich seine kindischen Spielchen wieder nicht verkneifen. „Wir haben dann auch noch Neuigkeiten“, eröffnete er.

„Ach“, sagte seine Schwester. „Die Lena ist aber nicht wieder schwanger, oder?“

Ich wiederholte mein: „Um Himmels Willen!“

„Ihr habt euch wohl ein Haus gekauft?“ vermutete sie.

„Na ja“, sagte Martin in seiner Ütz-Stimme (für dieses plattdeutsche Wort suche ich seit Jahren nach einer hochdeutschen Übersetzung – am besten passt vermutlich „spielerisch reizen, bis man was auf die Mütze kriegt“, also das, was [unsere] Kleinkinder den lieben langen Tag tun). „Na ja“, sagte er jedenfalls, „Das ist noch die Frage, ob wir Mieten oder Kaufen…“

Ich warf ihm einen missbilligenden Blick zu.

„Aber ihr habt wohl schon eins im Auge?“ fragte seine Schwester. „Bei euch im Ort?“

„Nein, damit wird es wohl vorerst nichts“, ützte Martin weiter. „Fürs Erste wird es wohl vielleicht Asker, oder wahrscheinlich eher Drammen, weil dort die Preise niedriger sind…“

Die Stirn seiner Schwester hatte sich in Fragezeichen gelegt, und so beendete ich die Vorstellung und verriet, um welches Land es sich handelte.

„Ach!“ sagte sie überrascht, während Martin sichtbar mit dem Gedanken spielte, einen Rumpelstielzchen-Freudentanz aufzuführen, weil es ihm gelungen war, seine große Schwester von den Socken zu hauen.

Diese erholte sich schnell von dem Schock und wusste gleich von Verwandten, Nachbarn oder Bekannten und Leuten aus Doku-Soaps zu berichten, die mit unterschiedlichem Erfolg einen ähnlichen Schritt gewagt hatten.

15.7.08 14:04


Drei Mal falsch geraten

Samstag, 7. Juni 2008

Martins Eltern haben unsere Neuigkeiten denkbar gelassen aufgenommen. Als die Kinder im Bett waren, baten wir sie, sich doch kurz mit uns ins Wohnzimmer zu setzen, da wir etwas erzählen wollten. Schwiegervater wollte eigentlich erst noch die Blumen gießen, Schwiegermutter wollte eigentlich Schlafen gehen, aber unsere bedeutungsschwangere Ankündigung (zu der wir aus diesen Gründen greifen mussten, denn mit beiden Bengeln wach kann man kaum ein gescheites Wort wechseln) trieb sie dann doch schnell in der Stube zusammen.

„Jetzt bin ich aber gespannt, was ihr uns so Wichtiges zu erzählen habt“, sagte Schwiegermutter.

Martin hatte einen Heidenspaß an der Sache und fragte: „Na, was glaubt ihr, was wir euch sagen wollen?“

„Da gibt es eigentlich nur drei Sachen“, überlegte Schwiegervater. „Entweder, die Lena ist wieder schwanger…“

„Um Himmels Willen!“ fuhr ich dazwischen, während Martin den Kopf schüttelte.

„…Oder ihr habt ein Haus gekauft?“ Wieder schüttelte Martin den Kopf.

„… Oder ihr habt im Lotto gewonnen?“ schloss Schwiegervater hoffnungsvoll, bevor er mit einem dritten Kopfschütteln enttäuscht wurde.

„Was könnte es denn dann sein?“ fragte Schwiegermutter ratlos.

Martin wollte das Ratespielchen noch auf die Spitze treiben, aber ich unterbrach ihn ungeduldig und legte die Karten ohne weitere Zeremonien auf den Tisch. „Wir ziehen nach Norwegen, für ein paar Jahre.“

Die Überraschung war gelungen. Der Ungläubigkeit folgte allerdings schnell Anerkennung und eine Reihe von Bekundungen wie „Na, warum nicht“ und „Soll ja schön dort sein, haben wir erst neulich was drüber gesehen im Fernsehen.“ Im Gegensatz zu Schaumburg, wo man auf der richtigen Seite vom Berg und vom Kanal zu wohnen hat, ist man es in Thüringen längst gewöhnt, dahin zu gehen, wo die Arbeit ist.

14.7.08 09:24


Verbreitungspläne

Donnerstag, 5. Juni 2008

Am Wochenende schlägt endlich auch die Stunde der Wahrheit für die Schwiegereltern. Denen haben wir unsere Pläne recht unabsichtlich bisher verheimlicht. Am Telefon wollten wir mit solchen Neuigkeiten nicht rausrücken, und da uns für gewöhnlich gut 400 Kilometer trennen, hatten wir bis jetzt noch nicht die Gelegenheit. (Wenn man mal von dem langen Himmelfahrtswochenende absieht, das Martin mit Silas allein in Thüringen verbracht hat, an welchem er aber nach eigenen Angaben keinen geeigneten Moment für diese Eröffnung fand. Ich verstehe völlig, dass ein solcher Moment in vier vollen Tagen schwerlich zu finden ist… )

13.7.08 11:14


Zwanghaftes Nasebinden

Mittwoch, 4. Juni 2008

Es ist immer noch nicht hundertprozentig sicher, dass wir nach Norwegen gehen; trotzdem kann ich mich so oft nicht beherrschen, es jedem auf die Nase zu binden. Hinterher ärgere ich mich immer ein bisschen, denn warum an die große Glocke hängen und Leute verunsichern oder neidisch machen, wenn am Ende gar nichts daraus wird? Heute beim Kinderarzt konnte ich es mir auch mal wieder nicht verkneifen. Ich trug ein altes Schul-T-Shirt, und der Doc meinte: „Na, Silas, dann weiß ich ja schon, auf welcher Schule du mal landest.“ Ich hätte lächeln und sagen können: „Warten wir’s erstmal ab.“ Aber nein, ich sagte: „Mit ziemlicher Sicherheit nicht.“ (Wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass ich in diesem Moment noch gar nicht an Norwegen dachte – schließlich wollen wir eigentlich schon längst zurück sein, wenn der kleine Silas aufs Gymnasium kommt. Es ist nur so, dass ich mein altes Gymnasium nicht wirklich weiterempfehlen kann, aus Gründen, die zu langwierig für Smalltalk sind und die mich bewogen, dann eben doch Norwegen vorzuschieben.) Der Kinderarzt fragte höflich: „Nein? Warum nicht?“ Und natürlich sagte ich, während ich mich angestrengt davon abhielt, wie ein Flummi auf und ab zu hüpfen: „Wir gehen nach Norwegen!“

Erstaunlicherweise führte diese Eröffnung zu einem längeren Gespräch (was mir die Horden erschöpfter Mütter im Wartezimmer sicherlich sehr übel nehmen würden, wenn sie davon wüssten), denn der Herr Doktor bekundete, ebenfalls über diesen Schritt nachgedacht zu haben. „Da kann man sich als Kinderarzt dumm und dusselig verdienen.“ Mittlerweile sei das Thema aber aus verschiedenen Gründen vom Tisch. Schade eigentlich. Es ist so schwer, einen guten Kinderarzt zu finden. Ich hätte meinen gerne importiert.

12.7.08 10:11


Lästige Detailrecherche

Mittwoch, 3. Juni 2008

Es sind so viele tausend Kleinigkeiten, um die man sich kümmern muss! Versicherungen zum Beispiel. Ich hasse es ohnehin, mich um solche finanziellen Dinge kümmern zu müssen. Tarife vergleichen, Ansprüche recherchieren – brrr. *schüttel* In Sachen Krankenkasse entfällt das zum Glück in Norwegen, da es nur eine staatliche Gesundheitsversorgung gibt und gut. Aber hier haben wir beispielsweise eine private Zusatzversicherung für Heilpraktiker und andere Dinge, die wir öfter in Anspruch nehmen. Gerade habe ich mich aufgerafft und dort angerufen. (Ein für mich typischer Fluchtreflex: Ich leiste etwas Unangenehmes – Versicherungskümmern – um etwas noch Unangenehmeres – Magisterarbeiten – aufzuschieben.) Meine Sorge war, dass wir aus der Versicherung raus müssen, wenn wir unseren Wohnsitz ins Ausland verlegen, und dann zu diesem Tarif nie im Leben wieder reinkommen. (Mit all unseren über die Zeit angehäuften Allergien, Unfallfolgen und chronischen Erkrankungen machen Versicherungen mit uns grundsätzlich ein schlechtes Geschäft. Dazu kommt noch unsere Affinität zu Verkehrsunfällen, Arbeitsunfähigkeit und Küchenbränden – wenn ich eine Versicherung wäre, wäre ich auch froh, uns los zu sein… ) Aber zum Glück gibt es da so ein Prinzip der Anwartschaft, wo man eine Zeitlang 30 % des Beitrags zahlt, keine Leistungen erhält, und dann wieder zu denselben Bedingungen einsteigen kann. Ich muss mal rechnen, ob sich das für vier Jahre lohnt. Aber ich schätze, das tut es.

11.7.08 10:05


Andere Sorgen

Sonntag, 1. Juni 2008

So ein Magisterabschluss ist doch etwas recht Aufwändiges. Fürs Erste denke ich nur bis zu meinen Prüfungen, weiter nicht. Unsere Norwegen-Pläne stehen hinten an. Im Moment habe ich weder die Zeit, noch die Energie, darüber gründlich nachzudenken.

10.7.08 09:13


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung